Nur 45 gute Minuten reichen nicht für einen Vollerfolg

admin 24. August 2015 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Fotos)

Weil jeder Mannschaft je eine Halbzeit gehörte  - Kreuzlingen klar die erste, Freienbach noch klarer die zweite -  trennten sich die beiden Erzrivalen letztlich gerecht mit einem Unentschieden.

Beschränkte man sich zu Beginn 25 Minuten lang auf je drei gleichmässig verteilte Halbchancen (allesamt 16 Meter-Abschlussversuche, die nichts Zählbares einbrachten), bekamen in der Folge die Thurgauer immer mehr Oberwasser. Sie waren gut organisiert, physisch stärker und liessen den Höfnern mit ihrer steten Aufsässigkeit weder Zeit am Ball noch Raum, und sie hatten mit Frrokaj den bis dahin klar besten Mann in ihren Reihen. Ihre Zweitoreführung zur Pause war denn auch verdient, wobei vor dem zweiten Treffer ihr sehenswertes Dreipass-Durchspiel die Gastgeber schachmatt setzte und der Führung eine unglückliche Intervention von Goalie Carlo Marty voraus ging, die Pentrelli einköpfelnd ausnützen konnte und den Torhüter anschliessend verletzt ersetzen liess.

Freienbach wie ausgewechselt

Genau umgekehrte Verhältnisse ab Anpfiff zur zweiten Hälfte: Trainer Jakob Turgut muss sein Team zusätzlich zum Pausentee sichtbar wach gerüttelt haben. Die Mannschaft zeigte viel Moral, begann mit einer mehrminütigen Druckperiode, war auch anschliessend grossmehrheitlich feldüberlegen und dann als Konsequenz auch erfolgreich. Ein erster viel versprechender Abschlussversuch vom Sechzehnereck aus durch den vorgerückten Materazzi ergab zwar noch nichts Zählbares. Dann aber wurde innert acht Minuten ausgeglichen: vorerst ergab eine glänzende Ballstafette von Maurer via Museshabanaj durch Ocaña, der das Leder in den Netzhimmel drosch, den Anschlusstreffer. Und Captain Disch, auch er aufgerückt, köpfelte nur Minuten später einen Cornerball souverän ein. Das sollte denn auch schon das Schlussresultat sein in einer Begegnung, die danach in der letzten halben Stunde auch noch auf die eine oder andere Seite hätte kippen können. So wurde einem Kopfballtor von Materazzi, der sich erneut nach vorne geschlichen hatte, die Anerkennung wegen Abseits versagt, tauchte der eingewechselte Torhüter Eberhard mutig in die Kreuzlinger Füsse von Soares und verhinderte damit brillant eine neuerliche Gästeführung und sprang dem wiederholt offensiven Maurer der Ball im letzten Moment vom einschussbereiten Fuss. – Trotz klarer Steigerung, vor allem in der zweiten Hälfte, blieb nicht verborgen, dass noch nicht alle Höfner Teamstützen in gewohnter Form sind.

 

Freienbach – Kreuzlingen 2:2 (0:2).

Chrummen. 180 Zuschauer. SR: Mujo Dedukic.
Tore: 25. Pentrelli 0:1. 38. Selmani 0:2. 50. Ocaña 1:2. 58. Disch 2:2.
Freienbach: Carlo Marty (28. Eberhard); Hoxhaj, Disch, Materazzi, Maurer; Kurt Marty (76. Bucher), Iseni, Ocaña, Palumbo (94. Kälin); Ernst, Museshabanaj.
Kreuzlingen: Kessler; Strauss (79. Wulf), Senn,  Kojic, Zinna; Selmani (70. Kucani), Soares, Frrokaj, Beran; Pentrelli (62. Gjioda), Sprenger.
Bemerkungen: Freienbach ohne Döttling und Calendo (beide verletzt) sowie Baumann und Morina (beide 2. Mannschaft). Kreuzlingen ohne De Matos, Ricciardi und Salin (alle verletzt), Wilhelmsen (gesperrt) sowie Tütünci (abwesend). Verwarnungen: 54. Soares (Foul). 90. Ocaña (taktisches Foul). 67. Tor von Materazzi wegen Abseits annulliert.