Labiles Freienbach verliert gegen den Letzten

bfuchs 9. September 2012 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Fotos)

Verkehrte Welt auf dem Chrummen: im Verhältnis von 75:25 offensiv überlegene Höfner, 11:2 Eckbälle und mehrere, darunter klare, Chancen  -  und am Schluss trotzdem eine 1:3 Niederlage. Gegenüber dem überragenden Auftritt vom Mittwoch gegen Phönix Seen schien im negativen Sinn eine total „andere“ Mannschaft wenigstens noch anwesend zu sein.

Wie im letzten Heimspiel gegen Frauenfeld lieferte das Team eine wiederum schwache erste Hälfte ab. Nach einem Feuerwehr-Start mit einem Lattenstreifer von Geburtstagskind José Meier und einem von Gästetorhüter Baumgartner reflexschnell noch über die Latte gelenkten Forrer-Schuss und weiteren (lediglich höflichen) Besuchen der Höfner im Sechzehner, brachte Schaan seinen ersten Ball nach einer Viertelstunde auf das FCF-Tor. Nach doch noch starkem Beginn passten sich die Einheimischen nun je länger desto mehr den doch eher harmlosen Gästen an und gerieten, weil diese mit einem raren Konter und nach einem Höfner Fehlpass aus zwei Chancen zwei Treffer erzielten, überraschend in Rückstand. Ein Highlight  – es sollte das einzige im ganzen Spiel bleiben -  aus Höfner Sicht war das Führungstor durch Michael Forrer: aus 25 Metern zirkelte er den Ball unhaltbar ins Lattendreieck. Da herrschte noch Zuversicht.

 

Offensichtlich motiviert durch die doch unerwartete Zwischenführung begann der Gast das Spiel zu Beginn der zweiten Hälfte mutiger und offensiver eingestellt. Dies sollte aber nur von kurzer Dauer sein, wurde Schaan ab der 50. Minute doch nur noch ganze fünf Mal im gegnerischen Strafraum gesehen. Ansonsten wiederholte sich die Geschichte der ersten Halbzeit: die Höfner hoch überlegen in der Angriffszone, auch mit Chancen und Abschlussversuchen, die aber beim besten Liechtensteiner, Goalie Baumgartner, bestens aufgehoben waren. Dazwischen nützte Argzon Aliu bei  einem seltenen Angriffsversuch ein weiteres Gastgebergeschenk in Form eines krassen Abwehrfehlers zum Führungsausbau aus. Und bei der klarsten Gelegenheit zum eigentlich schon sicheren Anschlusstreffer, wählte der eingewechselte Yves Sanchez nach einem Torwartabpraller die schwierigere Variante: er drosch den Ball über statt ins Tor und verhinderte auch damit das womögliche Aufbäumen seiner Mannschaft gegen die kaum erwartete Niederlage.

 

Zum fehlenden Durchsetzungsvermögen im Sechzehner gesellten sich in dieser Begegnung auch kapitale Pass- und Abwehrfehler, die der Gast allesamt auszunützen wusste. Zudem war das Spiel ohne Ball zu oft mangelhaft oder wurde gar nicht praktiziert, es wurde auf den Ball gewartet, und es fehlte oft auch an der nötigen Laufbereitschaft (was kaum nur der warmen Temperatur angelastet werden dürfte).

 

Nach diesem unglücklichen Spiel ist definitiv, dass das Team gegen schwächere oder als solche eingeschätzte Gegner auch schwach spielt, sich aber gegen stärkere massiv steigert. Stellt man sich gegen diese anders ein und unterschätzt vielleicht jene?

Freienbach – Schaan 1:3 (1:2)

Chrummen. 210 Zuschauer. SR: Luca Gut.

Tore: 26. Forrer 1:0. 36. Sganzerla 1:1. 44. Eris 1:2. 70. Aliu 1:3.

Freienbach: Marty; Kälin, Lenherr, Meier, Kovacek; Gonzales (69. Sanchez), Greiler (85. Halimi), Schnyder, Ernst, Forrer; Mattia (60. Sandro Calendo).

Schaan: Baumgartner; Kollmann, Mbognou, Ventura, Toto (80. Marxer); Aliu, D’Elia, Troisio, Sganzerla; Eris (64. Mutapcija), Zeciri (85. Giurgola).

Bemerkungen: Freienbach ohne Ramet (verletzt) und Chaparro (abwesend). Schaan ohne Guerreio (abwesend). Verwarnungen: 34. Schnyder (Foul). 57. Kälin (Zurückhalten). 62. Aliu (Foul). 83. Lenherr (Foul).