Junioren A – Die Meisterklasse muss (noch) warten

bfuchs 5. November 2013 Kommentare deaktiviert

 

Von Dario Dietsche

 

Die Höfner Aufstiegsaspiranten mussten sich am Sonntagnachmittag nach einem hochklassigen und dramatischen Spitzenkampf Wettswil-Bonstetten mit 3 zu 4 geschlagen geben. Der Traum vom sensationellen Doppelaufstieg ist vorerst geplatzt; Freienbach spielt in der Rückrunde weiterhin auf Promotions-Niveau.

 

Der Aufsteiger steht eine Runde vor Schluss offiziell noch nicht fest. Wettswil-Bonstetten könnte sich mit einer Niederlage und einer gelben Karte im letzten Spiel selbst noch ein Bein stellen. Wer den Auftritt dieser Zürcher Truppe am Sonntag auf der Chrummen jedoch bestaunen durfte, der wird diese letzte Hoffnung aus FCF-Sicht allerdings schnell begraben und den Wettswilern zweifelsohne vorzeitig zum Aufstieg gratulieren. Mit dem fairen und sympatischen Team aus Wettswil-Bonstetten steigt nämlich die spielerisch bei Weitem beschlagenste Mannschaft in die Meisterklasse auf. Objektiv betrachtet verbleibt Freienbach verdientermassen auf dem zweiten Rang. Umso mehr dürfen die FCF-Jungs stolz sein, diesen technischen Ausnahmekönnern in einem 90-minütigen Aufstiegskrimi alles abverlangt zu haben und im entscheidenden Spiel die wahrscheinlich beste Mannschaftsleistung der Saison abgerufen zu haben.

 

Führung zur Pause

 

Die Startphase der ersten Halbzeit war geprägt von vielen Chancen auf beiden Seiten. Während die Gäste sich mit feinem Kurzpassspiel in den Strafraum kombinierten, versuchte es das Heimteam gewohnt mit schnellen Zuspielen in die Tiefe. Beide Teams spielten somit ihre Stärken aus. Der erste Schock aus Freienbächler Sicht ereignete sich nach einer Viertelstunde; einen klug getretener Aufsetzer-Freistoss musste Raimann nach vorne abprallen lassen, was die Gäste zum 0 zu 1 ausnutzten konnten. Das höchstmotivierte Heimteam liess den Kopf jedoch nicht hängen und spielte munter weiter. Nach gut 25 Minuten stach Dietsche in den Sechzehner, wo er durch ein regelwidriges Tackling eindeutig von den Beinen geholt wurde. Der junge Steffen übernahm daraufhin die Verantwortung und verwandelte den Elfmeter kaltschnäuzig zum Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt reichte dem Heimteam bereits ein Unentschieden für die Tabellenführung, da die Gäste eine gelbe Karte durch Reklamieren geholt hatten. Sichtlich angestachelt spielten die Wettswiler danach ganz gross auf und kombinierten sich herrliche Chancen heraus, die Dank etwas Glück, bedingungslosem Defensiveinsatz und dem starken Raimann im Tor nicht verwertet wurden. Es kam gar noch besser für die Höfner; ein verlängerter Kopfball von Pfyl diente als optimale Vorlage für die Flügelrakete Widler, der den Ball im Alleingang auf den gegnerischen Torwart abgebrüht einschob. Die ersten 45 Minuten hätten kaum besser laufen können, das Heimteam hatte ein Tor und eine gelbe Karte Vorsprung.

 

Die bitteren zwei Minuten 

 

Die Devise in der Kabine war klar: “weiterspielen, den dritten Treffer suchen”. Die FCF-Jungs setzten diese Vorgabe in Form von schnell gespielten Kontern gut in die Tat um und kamen nach einem Widler-Flügellauf durch Dietsche gar zu einer Riesenchance, welche mangels Präzision im Abschluss jedoch ungenutzt blieb. Die Gäste erhöhten derweil den Druck und schafften nach einer Stunde den verdienten Ausgleich nach einem ärgerlichen Chaos-Eckball, bei welchem die Höfner den Ball nicht wegschlagen konnten. Eine Minute später dann der Schock für das Heimteam; der Ball wird beim Anspiel zurückgespielt, dem Wettswiler Flügelstürmer in der Abwehrreihe gleich wieder abgegeben, dieser zieht mit Tempo zur Grundlinie, schlägt die optimale Flanke ins desorganisierte Zentrum, wo das Leder am zweiten Pfosten direkt als Volley ins Netz gedroschen wird. Die FCF-Jungs waren sichtlich von der Rolle und liefen Gefahr, von den mittlerweile frei aufspielenden Gästen abgeschossen zu werden. Nach einem weiteren mustergültigen Angriff zum 2 zu 4 schien die Sache dann gegessen zu sein. Die Wettswiler Fans feierten ihr Team, welches nun euphorisch und selbstbewusst agierte. Gut zehn Minuten vor Schluss brachte Lüthi dann aber einen punktgenauen 60-Meter-Ball über die gegnerische Abwehr auf den Kopf von Dietsche, der die Kugel zum Anschlusstreffer ins Tor spedierte. Eine letzte Welle von Aufbruchstimmung rang durch das Heimteam, das nun alles nach vorne warf und den “Aufstiegstreffer” durch einem Pfyl-Freistoss um Zentimeter verpasste. Raimann liess auf der Gegenseite mit unfassbaren Reflexen zwar keinen weiteren Treffer mehr zu, doch der Ausgleich blieb dem sich bis zum Schluss aufopfernden Heimteam verwehrt.

 

Positives Herausnehmen

 

Die frustrierten und niedergeschlagenen Mienen nach dem Schlusspfiff waren verständlich, hatte man den Aufstieg zur Pause doch noch so gross vor Augen gehabt. Kein Laut war von Spielerseite in der Kabine zu hören. Nur die beiden Trainer, Leroy Cormey und Marc Studer, versuchten ihre Jungs sofort wieder aufzubauen. Rückblickend kann man sagen, dass unsere A-Junioren gegen diesen Gegner vielleicht neun Spiele aus Zehn verlieren. Um zu reüssieren, braucht es eine makellos disziplinierte Mannschaftsleistung, eine fehlerlose Defensivarbeit, eine abgebrühte Offensive und zusätzlich noch ein wenig Glück. Die Freienbächler hätten diese immensen Anforderungen allesamt um ein Haar erfüllen können, was als bemerkenswerte Teamleistung eingestuft werden kann. Durch solche Niederlagen werden Mannschaften bekanntlich gestärkt. Diese hübsche Redewendung wird den Jungs diese Woche wohl noch kaum zusprechen, doch wer weiss, ob man sich nicht in der Rückrunde wieder in derselben Position befindet und dann mit der soeben gewonnen Erfahrung den Aufstieg im zweiten Anlauf erreichen kann. Am nächsten Sonntag werden sich die Freienbächler in Affoltern zunächst mal den Frust von der Seele schiessen, damit die Hinrunde mit einem positiven Ausrufezeichen beendet werden kann. 

Gratulation Jungs, wir haben alles versucht und unser Bestes gegeben!