Freienbach verschläft Halbzeit eins

bfuchs 26. August 2012 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Inga Krzeczkowska (Fotos)

So können (mindestens Anfangs-)Resultate täuschen: nach zwei Siegen wurden die Höfner vor diesem Spiel als sattelfester, Frauenfeld nach zwei Niederlagen als schwächer eingeschätzt. Es waren aber die Thurgauer, die das Spiel letztlich verdient gewannen.

Freienbach war in der ersten Hälfte in den meisten Belangen – in der Verteidigung aber ganz besonders – langsamer als sein Gegner. Es wirkte teilweise wirr und verwirrt, irgendwie an diesem Nachmittag noch nicht ganz wach. Der Gast nützte das gnadenlos und ziemlich effizient aus, und er hatte sogar noch mehrere Chancen, mit einem noch höheren Skore in die Pause gehen zu können. Als eine Erklärung könnten die Höfner anführen, dass sie gegen die Sonne und einen starken Wind ankämpfen mussten, was in dieser oder jener Situation auch einen (allerdings nicht in dieser Höhe) negativen Einfluss gehabt haben könnte. Das Tor von Freienbach erzielte kurz vor dem Pausenpfiff Luca Mattia, nachdem er von Philipp Ernst schön frei gespielt wurde.

Freienbach Sturmlauf in der zweiten Halbzeit

Von anfänglich zwei gegnerischen Angriffen abgesehen, waren dann in den zweiten 45 Minuten, mit lediglich fünf Ausnahmen, nur noch die Einheimischen in der konstruktiven Offensive. Ihre nie nachlassenden Bemühungen glichen praktisch einem Sturmlauf auf das Tor von Gästetorhüter Wehrli, der sich dabei auch mehrmals auszeichnete und sehr sicher wehrte. In dieser im wahrsten Sinn des Wortes Sturm- und Drangperiode erarbeiten sich die Höfner dicke Torchancen und erzwangen unsaubere Abwehraktionen, die innert neun Minuten gleich zu zwei Penaltys führten. Die Verantwortung, diese zu verwerten, übernahm erfolgreich der junge Michael Forrer. Mit seinem dritten Tor – nach einem Lattenköpfler von Marc Gonzales – erzielte er dann auch den angestrebten Anschlusstreffer und einen echten Hattrick. Wie dann die Gastgeber weiter auf das Gas drückten und noch den kaum mehr erwarteten Ausgleich anstrebten, schloss der Gast durch den eingewechselten Mlinaric einen raren Konter zur Siegsicherung ab. Mit der letzten Aktion zwang Luca Mattia in der Nachspielzeit dieser fairen Begegnung Goalie Wehrli nochmals zu einer reaktionsschnellen Glanzparade.

Freienbach – Frauenfeld 4:6 (1:5)
Chrummen. 200 Zuschauer. SR: Jan Fluri.
Tore: 12. Alexander Schlauri 0:1. 15. Mora 0:2. 24. Alexander Schlauri 0:3. 41. Shala 0:4. 43. Mattia 1:4. 45. + 1. Musaj 1:5. 60. Forrer 2:5 Penalty. 69. Forrer 3:5 Penalty. 78. Forrer 4:5. 86. Mlinaric 4:6.
Freienbach: Marty; Ibrulj (83. Sandro Calendo), Lenherr, Chaparro (71. Gonzales), Meier; Kälin, Greiler, Ernst, Halimi (46. Sulimani), Forrer; Mattia.
Frauenfeld: Wehrli; Brechbühl, Andreas Schlauri, Mora, Signer; Alexander Schlauri, Musaj, Ruch, Shala (67. Mlinaric), De Matos (83. Kasalar); Dodes (71. Ramada).
Bemerkungen: Freienbach ohne Kovacek, Ramet und Schnyder (alle verletzt) sowie Sanchez (abwe-send). Keine Angaben von Frauenfeld. Verwarnungen: 44. Meier (Foul). 63. Andreas Schlauri (Foul).