Freienbach mit anspruchsvollem Startprogramm

admin 12. August 2016 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Archivfoto)

Der FCF Ausgabe 2015/2016 verfehlte zwar die ursprüngliche Zielsetzung („Ein Platz im ersten Viertel“, also mindestens Vierter), war aber doch unter Wert klassiert. Die individuellen Qualitäten der Akteure waren besser als lange die Homogenität des Teams und dessen Effizienz in der Vorwärtsbewegung. Diese, eine seit langem bestehende Baustelle, könnte mit der Verpflichtung von Raffaele Perna erfolgreich angegangen worden zu sein, jene blieben weitgehend erhalten (von den zuletzt zum Einsatz gekommenen Stammspielern verliess nur Yves Auf der Maur, zurück zu Einsiedeln, die Höfner). Wenn der Italiener hält, was er verspricht und teilweise in den Testspielen höchst beeindruckend gezeigt hat, kann er nicht nur das offensive Problem der Mannschaft lösen, sondern auch eine fussballerische Attraktion werden. Noch länger fehlen wird leider der brillante Mittelfeldstratege Rafael Ocaña Luque, der sich in der Begegnung gegen Rüti (damals ausgerechnet noch mit dem jetzigen Freienbachtrainer Urs Fritschi) beim Penaltynachschuss so ziemlich alles im Knie kaputt gemacht hat und nach der Operation noch in der längeren Reha-Phase steckt. Zum Meisterschaftsstart könnte auch der zuletzt wieder formstarke Philipp Ernst fehlen, der sich beim zweiten Spiel gegen Einsiedeln am Oberschenkel verletzt hat.

Nur beschränkt aussagefähige Testspiele

In acht Testspielen blieb man sieben Mal, mehrheitlich klar, erfolgreich. Und nur einmal, beim PL-Club YF Juventus Zürich, zog man ebenso deutlich den Kürzeren. Das Gesamttorverhältnis von 34:17 oder 4,25:2,13 pro Spiel liesse eigentlich auf die gelungene Effizienzverbesserung in der Vorwärtsbewegung schliessen, aber auch auf eine noch überdurchschnittliche defensive Anfälligkeit. Der Aussagewert dieser Vorbereitungsspiele ist jedoch insofern zu relativieren, als teilweise bis zu zwei Drittel der Stammmannschaft fehlten, die Begegnungen für die Eingesetzten und das neue Trainergespann dann eher zu praxisnahen Trainingseinheiten verkamen. Und dass Testspiele täuschen und zu falschen Hoffnungen Anlass geben können, hat man in der Saison vorher erfahren. Wurden sie damals äusserst erfolgreich und mit einem Total-Torverhältnis von 21:7 bestritten, begann die Meisterschaft dann nicht nur harzig, sie verlief bekanntlich auch lange durchzogen und letztlich enttäuschend.

„Möglichst lange vorne mitspielen“

Bei dieser vorsichtigen Formulierung der Zielsetzung für die Saison 2016/2017 hat sicher die Erfahrung und Enttäuschung der letzten Spielzeit eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Um dem Ziel gerecht zu werden, dafür wird auch ein erfolgreicher Meisterschaftsstart nicht unwichtig sein. Und dieser ist mit zwei Auswärtsspielen beim Neuling (mit der sicher üblichen Aufstiegseuphorie) FC Schaffhausen 2 sowie dem wiederum mehr als ambitionierten FC Kreuzlingen happig und sicher auch schon richtungsweisend. Qualitativ scheint der FCF gegenüber der letztjährigen Ausgabe nochmals eine Steigerung erfahren zu haben.

FC Schaffhausen 2 – Freienbach, Samstag, 13. August, 1800 Uhr, Breite