Freienbach lässt wieder Federn (Punkte)

admin 23. Oktober 2016 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Fotos)

Nach der unglücklichen Niederlage bei Rüti ZH vermochten die Höfner nicht zum Siegen zurückkehren: Gegen das als (abwehr-)stark angetretene Uzwil erkämpfte man sich nach dreimaligem Rückstand aber doch ein Unentschieden. Die Moral stimmte  -  aber  wer höhere Ziele im Kopf hat, muss (solche) Heimspiele gewinnen.

In einer in jeder Beziehung ausgeglichenen ersten Hälfte ging man denn auch für einmal logisch mit einem Remis in die Pause. Dabei ging der gut organisierte Gast  - mit dem Routinier Michael Hürlimann als seine Drehscheibe und seinem bisher Auffälligsten -  wohl zweimal mit lehrbuchmässigen Konterangriffen in Führung, profitierte dabei aber auch von den Freiheiten, welche die Höfner Verteidiger den beiden Torschützen gewährten. Die Freienbacher Tore zum jeweiligen Ausgleich schossen, von Mirco Dettling in die Tiefe lanciert,  Skelzen Iseni mit feinem Lobball über Goalie Michael Gähwiler hinweg und Sandro Caravà, der Iseni’s gefühlvolle Hereingabe per Kopf einnetzte.

Es zeigte sich schon zur Halbzeit, dass die Absenz von Palmiro Di Dio (seine Spielweise birgt ein Kartenrisiko und führt kumuliert dann auch zur Sperre) als dominanter Abwehrchef und zuordnende Hand nicht voll kompensiert werden konnte, und dass bei den Höfnern Bedarf an offensiv wirksamen Stürmern (auch Philipp Ernst stand noch nicht zur Verfügung) ansteht. Der sonstige Torgarant Raffaele Perna stand wie zuletzt in Rüti wieder meist isoliert vorne und wurde, seine Qualitäten sind den Gegnern mittlerweilen bestens bekannt,  zudem gut markiert.

Höchst umstritten bis in die Nachspielzeit

Bei zusätzlich je vier ausgezeichneten, nicht genutzten Torchancen geht auch das unentschiedene Schlussergebnis in Ordnung. Zum dritten Mal in Rückstand geraten  - Uzwil’s David Levi traf im vierten Anlauf und buchte seinen zweiten Treffer, nachdem einer seiner Kollegen vorher mindestens diskutabel mit einer Hand nachgeholfen hatte -, glich der kurz zuvor eingewechselte Klurdian Museshabanaj mit einem 25 Meter-Flachschuss neuerlich aus. Den Schlussspurt der Höfner (mit wieder, gefühlt, generell viel zu vielen hohen Bällen in die Spitze) überstanden die St. Galler deshalb schadlos, weil die Spielleiter tief in der Nachspielzeit ein Tor  - es hätte den Siegtreffer für Freienbach und zwei Punkte mehr bedeutet -  des aufgerückten Filip Hren, auch diskutabel, wegen Abseits nicht anerkannten. Das war insofern aber auch ausgleichende Gerechtigkeit, weil es kurz vor Ablauf der offiziellen Spieldauer noch einer mirakulösen Rettungstat von Torhüter Miro Dabic nach einer stark offsideverdächtigen Situation bedurfte, die auch zur vierten Führung der Gäste hätte führen können.

 

Freienbach – Uzwil 3:3 (2:2).
Chrummen. 120 Zuschauer. SR:  Michael Jenzer.
Tore: 11. Levi 0:1. 23. Iseni 1:1. 39. Obrist 1:2. 42. Caravà 2:2. 55. Levi 2:3. 76. Museshabanaj 3:3.           
Freienbach: Dabic; Hoxhaj, Hren, Desole, Maurer; Bucher (87. Stumpo), Caravà, Iseni (62. Egger) Palumbo (69. Museshabanaj); Perna, Döttling.
Uzwil: Gähwiler; Velickovic, Nagel, Studer, Simeone; Koller (84. Holenstein), Hürlimann, Keller (21. Lanker), Nushi; Levi; Obrist (76. Anic).
Bemerkungen: Freienbach ohne Ernst und Ocaña (beide verletzt) und Di Dio (gesperrt). Uzwil ohne Oertig, Schmid und Stillhart (alle abwesend). Verwarnungen: 14. Nagel (Foul). 31. Caravà (Foul). 45. Hürlimann und Perna (je Unsportlichkeit). 61. Nushi (Foul). 94. Hoxhaj (Reklamieren). 94. Tor von Hren wegen Abseits aberkannt.