Freienbach hält sich souverän im Titelrennen

admin 16. Mai 2015 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Fotos)

 

Im Spiel „Aufstieg gegen Abstieg“ obsiegte letztlich der Favorit gegen den Angstgegner deutlich, wobei die erste Hälfte in Bezug auf Spielanteile und Torchancen praktisch noch ausgeglichen war.

Auch wenn der wieder genesene Philipp Ernst allein durch seine Präsenz für Ruhe und Abgeklärtheit im Team sorgte, Maurer und Schnyder für extreme Kampfkraft standen, Reiffer wieder viel Tempo machte sowie oft für den tödlichen letzten Pass  sorgte und Hoxhaj mit besonders stabiler Abwehrarbeit glänzte, so ist dieser neue klare Erfolg doch primär das Resultat von weitgehend wieder mannschaftlicher Geschlossenheit. Und dem Ziehen der richtigen Schlüsse für die zweite Halbzeit: dem forcierten Spiel über die schnellen Aussen.

Unkonzentrierter Beginn

Das oft besondere Glanzstück der Höfner, ihre kompakte und stilsichere Defensive, präsentierte sich in den ersten Spielminuten ungewohnt löchrig. Dies nützten die Thurgauer, nach einem leichtfertigen FCF-Ballverlust im Ballverlust, bereits früh zum Führungstreffer. Und nur eine gute Minute später war es dem wachen, herauslaufenden Marty zu verdanken, dass die Gäste eine weitere Lücke nicht zur zweiten Mouche nützen konnten. Gut möglich, dass diese Szene der Knackpunkt der Begegnung war, der Zweitorevorsprung die Besucher hätte in Versuchung bringen können, hinten hinein zu stehen, und dass damit ein ganz anderes Spiel hätte entstehen können. Doch Freienbach fing sich auf, wurde kompakter. Zwei guten Möglichkeiten  (einen Abpraller konnte der aufgerückte Sanchez beinahe noch erreichen und einschiessen, ein Kopfball von Museshabanaj strich nur knapp über Goalie Mirzeloskis Gehäuse) standen der Ausgleich durch Will (er schloss seinen kraftvollen Vorstoss über das halbe Feld mit einem 25 Meter-Flachschuss erfolgreich ab) und praktisch mit dem Pausenpfiff noch ein Amriswiler Lattenköpfler gegenüber.

Flügelspiel als Erfolgsrezept

Wie sich die Höfner nach dem Tee darauf besannen, vermehrt, schnell und druckvoll über die Flanken zu spielen, gerieten die Besucher wiederholt in Schwierigkeiten und mussten als Folge kapitulieren. Vorerst fand ein damit seitlich erzwungener Freistoss, von Spezialist und Captain Meier getreten, durch Freund und Feind hindurch direkt ins Tor. Und nachdem der wie immer einsatzfreudige Museshabanaj nur knapp verzog, führten innerhalb von drei Minuten  schnelle Konter über die Seiten zu zwei FCF-Einschüssen und zur endgültigen Spielentscheidung durch Schnyder und Ernst. Bei allen drei Aktionen hatte der unermüdlich wirblige Reiffer jeweils als Zweitletzter seine Füsse am Ball und wartete mit den idealen Zuspielen auf. Das mindestens in der ersten Hälfte positiv überraschende Amriswil hatte in der Restzeit nicht mehr die Kraft, auf diesen Doppelschlag reagieren zu können. Ein Fallrückzieher direkt auf Torhüter Marty gezielt blieb denn auch die einzige einigermassen torgefährliche Aktion in dieser zweiten Halbzeit und war gleichzeitig in der Nachspielzeit auch der Schlusspunkt in der wohl umkämpften, aber fairen Auseinandersetzung. Foulspiele hatten keine disziplinarischen Massnahmen zur Folge, Unsportlichkeiten und Reklamationen aber fünf. Hat der Spielleiter bei Letzteren wohl das Höfner Gras wachsen hören?

Freienbach – Amriswil 4:1 (1:1).

Chrummen. 115 Zuschauer. SR: Mirel Turkes.

Tore: 3. Beck 0:1. 25. Will 1:1. 55. Meier 2:1. 70. Schnyder 3:1. 73. Ernst 4:1.    

Freienbach: Marty; Hoxhaj, Disch, Will, Maurer;  Sanchez (68. Bucher), Schnyder, Meier, Reiffer (82. Abegg); Ernst (78. Barreiro), Museshabanaj.

Amriswil: Mirseloski; Miljic (57. Gamba), Züllig, Kreis, Niklaus; Vasic, Macedo, Maag, Arifagic (77. Mangold); Beck, Contartese (73. Ventrici).

Bemerkungen: Freienbach ohne Sandro Calendo, Greiler, Kälin und Ziltener (alle verletzt), Mioc (gesperrt) sowie Eberhard und Sego (beide abwesend). Amriswil ohne Schoop (verletzt), Sprenger (gesperrt) sowie Kast und Streller (beide abwesend). Verwarnungen: 49. Maurer und Miljic (gegenseite Unsportlichkeiten). 65. Beck (Reklamieren). 70. Mirseloski (Reklamieren). 90. Disch (Reklamieren).