Erneute Heimniederlage

bfuchs 21. September 2012 Kommentare deaktiviert

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Archivfoto)

Die erwartet enge Begegnung endete wiederum mit dem Standard-Resultat von 2:1, diesmal allerdings nicht zu Gunsten des jeweiligen Heimclubs. Nach dieser Niederlage muss Freienbach nun aufpassen, nicht gegen das Ende des Mittelfeldes hin abzurutschen.

Klassische 0:0-Halbzeit

Die erste halbe Stunde wurde vorwiegend im Mittelfeld gespielt, Besuche im Sechzehner waren beidseitig rar. Und auf Möglichkeiten, die man mit gutem Willen auch Chancen nennen kann (zwei für die Gäste, eine für die Höfner), musste man 20 Minuten lang warten. Beinahe stereotyp spielten die Ein-heimischen hohe Bälle nach vorne, wo diese dann ausnahmslos und sicher an den Köpfen der physisch grösseren Besucher endeten. In der Viertelstunde vor der Pause besann sich der Gastgeber dann endlich wieder auf seine spielerischen Qualitäten und erspielte sich wenigstens zwei weitere Chancen, ohne allerdings Kapital daraus schlagen zu können.

 

Umstrittener, viel diskutierter Linth-Siegtreffer

Kaum wieder angespielt, gingen die Glarner in Führung (49.). Ihr agiler, einschussbereiter Stürmer Russo wurde am Fünfer klar weg gestossen, Ismaili versenkte den Penalty unhaltbar für Marty. Trotz diesem Weckruf wirkten die Höfner weiterhin recht harmlos und konnten sich bei ihrem Torhüter bedanken, dass er souverän gegen den allein auf ihn zustürmenden Ismaili rettete und damit eine vorzeitige Entscheidung verhinderte. Mit einem typischen Forrer-Tor  – nach seinem Haken à la Robben schlenzte er den Ball unerreichbar für Goalie Sutter in die entfernte Ecke (76.) -  kam die Hoffnung auf einen Punktgewinn der Höfner auf den Chrummen zurück. Dies allerdings nur für kürzeste Zeit: nach dem Anspiel noch nicht wieder voll organisiert oder konzentriert, liessen sie (aus einer Abseitsposition?) Russo entwischen, und dieser liess seinerseits dem aus dem Tor geeilten Marty keine Chance (78.). Die nun aufkommenden, mächtig nach vorne stürmenden Einheimischen kamen in der Folge zweimal zu Riesenausgleichschancen aus nächster Nähe (83. und 93.). Da sie beide vergaben, blieb es letztlich beim knappen Gästesieg in einem Spiel, das für Freienbach eher hätte unentschieden ausgehen müssen.

 

Freienbach – Linth 04 1:2 (0:0)

Chrummen. 110 Zuschauer. SR: Tobias Baumann.

Tore: 49. Ismaili 0:1 (Penalty). 76. Forrer 1:1. 78. Russo 1:2.

Freienbach: Marty; Kälin, Lenherr, Meier, Kovacek; Sanchez, Greiler, Schnyder, Ernst, Forrer; Sandro Calendo (67. Gonzales).

Linth 04: Sutter, Antoniazzi, Honorio, Gar, Stokic, Daniel Feldmann, Russo (86. De Matos), Ismaili (91. Trailovic), Sego, Milano, April.

Bemerkungen: Freienbach ohne Ramet und Sulimani (beide verletzt) sowie Chaparro (zurück nach Spanien) und Mattia (abwesend). Linth 04 ohne Lima, Misrili und Shabani (alle verletzt) sowie Gvozdenovic, Mezence und Nikic (alle abwesend). Verwarnungen: 34. Kovacek (Foul). 37. Ismaili (Foul). 70. Gar (Foul, zurückreissen). 70. Schnyder (Foul an Gar). 70. Marty (Reklamieren). 85. Russo (Foul). 87. Lenherr (Foul).

Nächster FCF-Auftritt beim Tabellenzweiten Chur 97

Die letzte Niederlage (1:2 im Cup) mussten die Bündner ausgerechnet gegen ihren nächstsamstäglichen Gegner Freienbach einstecken. Seither haben sie nie mehr verloren, vier Meisterschaftsspiele gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. Mit bisher durchschnittlich 3,5 geschossenen Toren pro Spiel sind sie das mit Abstand angriffsstärkste Team der Guppe. Sie sind auch in der Abwehr gut, dies erstaunlicherweise aber vor allem auswärts. Sieben der bis anhin erhaltenen neun Tore mussten sie nämlich zu Hause entgegennehmen. Darin liegt eine Chance für die Höfner, die auch mit dem psychologischen Vorteil antreten, die letzte Begegnung in Chur gewonnen zu haben. Freienbach wird nach den beiden letzten, nicht überzeugenden Auftritten und Niederlagen aber klar zulegen müssen, will es gegen das starke Chur, das zudem einen guten Lauf hat, bestehen und punkten.

Chur 97 – Freienbach, Samstag, 22. September, 17 Uhr, Ringstrasse