Eine gute FCF-Halbzeit war zu wenig

bfuchs 25. Mai 2014 Kommentare deaktiviert

 

Von Willi Jaus

Das mit Spannung erwartete Kräftemessen zwischen dem Tabellenführer Seuzach und seinem nächsten Verfolger Freienbach endete nach einer fairen, mehr kämpferischen denn spielerisch gefallenden Auseinandersetzung schlussendlich mit einem klaren Sieg des Gruppenprimus. Dabei ging Runde eins respektive die erste Halbzeit aufgrund der beiden klarsten Tormöglichkeiten nach Punkten noch knapp  an die Höfner.

Von den Spielanteilen her waren die ersten 45 Minuten ziemlich ausgeglichen. Während es auch chancenmässig quantitativ pari (3:3) stand, war Freienbach aber bei zwei Gelegenheiten qualitativ der Führung bedeutend näher. Captain Philipp Ernst und Mato Sego, je allein und einschussbereit auf der Fünferlinie, verpassten dabei jeweils höchstens um Zentimeter die gezogenen Musterflanken von Mario Schnyder. Dieser  - der Beste seines Teams  -  liess nicht nur wegen dieser beiden  gelungenen Offensivaktionen beim Höfner Anhang die Frage aufkommen, ob er als Mittelfeldkraft nicht doch nötiger und noch wertvoller wäre. Freienbach operierte vorwiegend mit hohen Bällen Richtung Spitze, die (zu) oft auch Gegners Beute wurden  -  Seuzach versuchte meist, seinen agilen und torgefährlichen Vollstrecker Patrick Widmer mit Steilzuspielen Richtung Torhüter Carlo Marty einzusetzen. 

Nochmals glücklose, dann abbauende Höfner

Nach weiteren Grosschancen (vorerst erneut eine hochkarätige für Ernst nach einer feinen Meier-Hereingabe, dann innert zwei Minuten gleich deren zwei für die Gastgeber) glaubte Freienbachs Ex-Trainer Bruno Schyrr schon zu diesem Zeitpunkt zu spüren, dass „dieses Spiel gewinnt, wer das erste Tor schiesst“. Und der erfahrene Mann, der die Partie in seiner neuen Funktion als FC Uster-Übungsleiter beobachtete, sollte mit dieser alten Fussballerweisheit denn auch bald Recht  bekommen. Noch hatte José Meier für den FCF eine letzte gute, aber abgeblockte Schussgelegenheit. Dann aber schoss Marc Müller einen Flankenball trocken zu Seuzachs Führungstreffer ein und nur wenig später, nach einer weiteren  ungenützten Möglichkeit für die Einheimischen, profitierte Diego Schöpfer von einem Höfner Stolperer, schnappte sich den herrenlosen Ball, lief damit auf und davon und baute den Vorsprung aus. Während Freienbach danach (zu früh) aufzugeben schien, oder ob an diesem wieder warmen Spätnachmittag einfach die Kräfte nachliessen, hatten die Zürcher nun deutlich mehr vom Spiel und erhöhten, nach einem Pfostenschuss durch den ständigen Gefahrenherd Patrick Widmer, auf 3:0. Der nur zwei Minuten zuvor eingewechselte Martin Lauber überlief dabei die gesamte Höfner Verteidigung und buchte, damit die  endgültige Entscheidung herbei führend. Während „Seuzi“ mit diesem Vollerfolg im Spitzenkampf nun die Aufstiegstrümpfe (gegen die SV Schaffhausen und Kreuzlingen) in den eigenen Füssen hat, wird Freienbach (gegen den Zwölften Altstätten, dem dabei nur noch ein Sieg auf den Klassenerhalt hoffen lässt, und gegen das jetzt definitiv als erster Absteiger feststehende St. Margrethen) danach trachten, mindestens noch seiner Saison-Zielsetzung („Unter den ersten Drei“) gerecht zu werden.

Seuzach – Freienbach 3:0 (0:0).

Rolli. 220 Zuschauer. SR: André Röthlisberger.

Tore: 69. Müller 1:0. 74. Schöpfer 2:0. 84. Lauber 3:0.

Seuzach: Frauenfelder; Müller, Wismer, Ehrismann, Schalcher; Christian Widmer (82. Lauber), Gähwiler, Kradolfer, Oergel; Schöpfer (86. Süsstrunk), Patrick Widmer (88. Schwerzmann).

Freienbach: Marty; Schnyder, Lenherr, Will, Sanchez; Kälin (82. Disch), Meier, Mioc (84. Barreiro), Reiffer; Ernst, Sego (73. Ziltener).

Bemerkungen: Seuzach ohne Fischer, Güntensperger, Fabian Stahel, Reto Stahel und Stamm (alle verletzt), Lehner und Wieser (beide abwesend) sowie Gröbli (2. Mannschaft). Freienbach ohne Bickel, Sandro Calendo, Forrer und Greiler (alle verletzt) sowie Straub (krank). Verwarnungen: 33. Christian Widmer (Foul). 72. Mioc (Foul).

Archivfoto (Bruno Füchslin): Mario Schnyder (re.)