Dezimiertes Freienbach schlägt sich selber

bfuchs 15. September 2013 Kommentare deaktiviert

 

Von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Fotos)

Auch wenn sich der Aufsteiger Amriswil in seiner neuen Umgebung von Spiel zu Spiel gesteigert hat und für die ersten Punkte nur etwas Glück fehlte, so reisten die Höfner doch als Favorit ins Oberthurgau. Dieser Favoritenrolle konnten sie nicht gerecht werden, sie verloren das umkämpfte Spiel nach einem Eigentor.

„Die Defensive stand gut, wir konnten die Räume zumachen und hatten diesmal das Glück auf unserer Seite“. Dieses Schlussfazit des Trainers von Amriswil, Olaf Sager, ist die eine Hälfte der Spielwahrheit. Die andere Hälfte ist die, dass der FCF in keiner Phase ein taugliches Rezept gegen die massierte Verteidigung der Oberthurgauer hatte und aus seinen wenigen guten Chancen nichts Zählbares machen konnte.

Freienbach war zu Beginn primär auf Ballsicherheit in den eigenen Reihen bedacht  -  Amriswil nach  seinen bisher fünf Niederlagen darauf, keine Risiken einzugehen und vor allem defensiv in der Überzahl zu sein und sicher zu stehen. So hatten die Besucher zwangsläufig offensive Vorteile und, wenn auch wenige, logisch doch auch mehr Chancen. Ihren vier Möglichkeiten  - zwei Sego-Schüsse knapp über das Tor, ein Versuch von Meier ebenso knapp daneben und eine Granate von Kälin, die Torhüter Straub brillant entschärfte – standen lediglich zwei gegnerische gegenüber (eine machte Marty, aufmerksam und als Libero mitspielend, 30 Meter vor seinem Kasten per Fuss zunichte, ein Kopfball Sekunden vor dem Pausenpfiff strich nur um weniges über das Schwyzer Lattenkreuz).

Ein Eigentor und erfolglose Angreifer beim FCF

Die erste Viertelstunde nach dem Tee gehörte mit einer Ausnahme (Greiler zwang Straub zu einer weiteren Prachtsparade) offensiv ausschliesslich den Einheimischen. Die Folge dieses Druckes war ein in der Not Höfner Kopfballablenker ins eigene Tor und die frenetisch gefeierte Führung des bis anhin  erfolglosen Tabellenzweitletzten. Mit Ausnahme von fünf Minuten Mitte zweiter Hälfte lagen die Angriffsvorteile dann aber klar bei den Höfnern. Sie taten sich dabei jedoch weiterhin schwer, den Thurgauer Abwehrriegel zu durchbrechen, scheiterten zudem an der Sechzehner-Kopfballüberlegen-heit der körperlich grösseren Gastgeber sowie an deren Bestem, Torhüter Straub, und an ihrem Un-vermögen an diesem Spätnachmittag, Kapital aus ihren wenigen, aber hochkarätigen Goalchancen (zweimal durch Sandro Calendo und einmal durch Pfyl) zu schlagen.

 

Am Willen und der Einsatzbereitschaft fehlt es bei diesem FCF in keiner Weise. Diese unbestrittenen Qualitäten haben grossmehrheitlich die bisher vier Siege ermöglicht, sind aber keine Garantie für weitere solche Erfolge, wenn die Fortüne fehlt und vor allem mehr als ein halbes Dutzend Stammspieler. Das kann dann auch nicht reichen gegen ein Team, das sich wohl bis zuletzt mehr als tapfer wehrt, im Normalfall aufgrund der Liga-Erfahrung und der spielerischen Möglichkeiten aber zu schlagen sein müsste.

 

Amriswil – Freienbach 1:0 (0:0)

Tellenfeld. 200 Zuschauer. SR: Radisa Peric.

Tore: 50. 1:0 Eigentor Freienbach.   

Amriswil: Straub; Miljic, Damian Senn, Niklaus, Lang; Gabriel Macedo, Luca Senn, Kreis (93. Putzi), Horvath, Maag (90. Vasic); Contartese (68. Mathys).

Freienbach: Marty; Kälin, Disch, Abegg, Sanchez; Forrer (76. Dotlo), Greiler, Meier, Reiffer; Sego (65. Pfyl), Sandro Calendo.

Bemerkungen: Amriswil ohne Mirzeloski, Mörzinger, Popp und Sprenger (alle verletzt) sowie Zanetti (abwesend). Freienbach ohne Barreiro, Bickel, Ernst, Lenherr und Schnyder (alle verletzt) sowie Mioc und Will (beide abwesend). Verwarnungen: 34. Kreis (Foul). 58. Sego (Foul). 72. Straub (Spielverzöge-rung). 73. Luca Senn (Foul). 79. Horvath (Reklamieren). Der FC Amriswil hat sich nach den bisher fünf Niederlagen und der „entsprechend grossen Verunsicherung“ (Zitat Coach Hanjo Weller) unter der Woche mit einem 6:1 gegen den Drittligisten FC Münsterlingen „aufgebaut“.