Rückblick: Der FC Freienbach ist Wintermeister

bfuchs 3. November 2014 Kommentare deaktiviert

Video: Es darf gefeiert werden

Von Willi Jaus

Die Höfner haben ihre Zielsetzung in einer stärkeren Gruppe mehr als klar erfüllt und werden in der Rückrunde vor allem zusammen mit Frauenfeld und Kreuzlingen um den Verbleib an der Spitze kämpfen müssen.      

Nach dem hervorragenden zweiten Schlussrang in der letzten Saison ist der FC Freienbach Ausgabe 2014 mit wenig Mutationen (sowohl bei den Abgängen wie auch Neuzugängen) in die neue Meisterschaft gestartet. Die dabei von Trainer Jakob Turgut vorgegebene Zielsetzung „Ein Platz in der vorderen Tabellenhälfte“ zeugt aufgrund von Substanz und Qualität des Kaders allerdings eher von Bescheidenheit und Understatement als nur reiner Vorsicht.

 

Dreifach-Fortschritte erzielt

Fussball ist bekanntlich in erster Linie Mannschaftssport. Ein hochklassiges Spiel lebt sicher von gekonnten Einzelaktionen der Spieler, mehr aber noch von der Gesamtleistung als Team. So hat der FCF denn auch anerkanntermassen primär fast durchgehend mit mannschaftlicher Konstanz überzeugt, ist zudem im Vergleich zur Rückrunde 2013/2014 wieder abschluss-effizienter geworden (acht Treffer mehr) und defensiv noch stabiler. Diesbezüglich haben sich die besonderen Bemühungen von Trainer Jakob Turgut voll ausgezahlt  -  weil er weiss, dass der Sturm Spiele gewinnt, die Abwehr aber Meisterschaften.

Positiv zur Konstanz beigetragen hat sicher auch die Tatsache, dass gegenüber der letzten Saison mit mehreren langzeit-verletzten Stammspielern diesmal lediglich ein Dauerausfall (Michael Kälin) zu verzeichnen ist und die Mannschaft deshalb deutlich mehr in der Stammformation antreten konnte.

Interessant die Aufteilung beim Erhalt der 16 Gegentore: Zehn in der ersten Hälfte, wovon fünf ab Minute 41, drei davon in der Nachspielzeit  -  und bemerkenswert nur sechs in Halbzeit zwei. Das ist atypisch und spricht für ein gutes Durchhalte- und Konzentrationsvermögen.

An der Torschützenspitze finden sich die gleichen Namen wie im Vorjahr: Philipp Ernst mit  6, Michael Greiler, José Meier und Mato Sego mit je 4 Mouchen.

 

Stärkere und ausgeglichenere Gruppe

Wenn am Ende der Vorrunde nun trotz dieser positiven Entwicklungen wohl der erste Gruppenrang, aber „nur“ die (allerdings gute) Punktzahl vom Vorjahr (27) egalisiert worden ist, so liegt der Hauptgrund darin, dass die Gruppe diesmal bedeutend ausgeglichener sowie in der Breite stärker besetzt ist und die  Teams in der zweiten Tabellenhälfte (das klare Schlusslicht Chur 97 ausgenommen) zu Lasten der Ränge eins bis sechs mehr Punkte holten. Hat Freienbach in der Vorrunde der Saison 2013/2014 gegen vermeintliche Aussenseiter (Amriswil, Gossau ZH und Uster) total neun Punkte verloren, so waren es heuer noch deren acht (gegen wieder Amriswil, den Neuling Arbon 05 1 und Mels). Solchermassen statistisch unerwartete Punktverluste leisteten sich aber auch die anderen Spitzenteams.

 

Zuschauer in der Pflicht

Das Team hat die Ziel-Vorgabe klar erfüllt und attraktiven Fussball gespielt, was von den Zuschauern leider zu wenig belohnt wurde. Wenn das Fussballspiel geeignet ist, „Gefühle auszulösen, die nicht nur die Spieler, sondern auch Zuschauermassen erfassen können“, so ist in der Rückrunde für die Spiele des Leaders auf dem Chrummen (bisher durchschnittlich 141 Zuschauer) Zusatzbedarf angesagt.