Das war’s dann wohl

admin 28. Mai 2017 Kommentare deaktiviert

von Willi Jaus (Text) und Bruno Füchslin (Archivfoto)

Das Siegtor für Rüti ZH fiel in der 95. Minute unmittelbar nach einem klaren, nicht gegebenen Penalty für Freienbach. Trotzdem: Wer gegen ein in einer argen Krise steckendes Team auf eigenem Terrain alle drei Punkte abgibt, darf sich definitiv nicht mehr mit einer Aufstiegsmöglichkeit befassen.

Vor der glücklichen Pausenführung  - der aufgerückte Di Dio drückte einen vom Pfosten abprallenden Freistossball von Palumbo über die Linie -  hatten die Zürcher Oberländer mehr Möglichkeiten. Dreimal rettete dabei Torhüter Dabic in heiklen Situationen, je einmal zielten Mittelstürmer Milano und Mittelfeldspieler Ahmeti  nur um Zentimeter daneben. Demgegenüber standen auf Höfner Seite nur ein knapp neben das Ziel fliegender Kopfball von Sandro Caravà und eben das nicht unbedingt verdiente Führungstor.

Siegtor nach klarem Fehlentscheid

Ein Spiegelbild der ersten Hälfte bot dann mindestens auch der Anfang der zweiten 45 Minuten. Wieder waren es die Besucher, die bei zwei Möglichkeiten durch Milano und Franco D’Alto nur knapp scheiterten. Und wieder waren es die Höfner, die gültig zur Doppelführung trafen. Von Alessio Stumpo lanciert, lief Luca Straub unwiderstehlich durch die defensiven Rütner Reihen und liess dem Ex-Freienbacher Goalie Stefano Calendo keine Chance. Das saftlos scheinende Freienbach (was kaum nur an der Hitze lag) war in der Folge nicht in der Lage, den Vorsprung zu verwalten oder noch zuzusetzen, als dies nötig wurde. Vorerst wurde die Aufsässigkeit der Oberländer mit dem Anschlusstreffer belohnt: Milano drückte nach einem schnellen Konter gültig ein. Und nur fünf Minuten später, wieder nach einem zielstrebigen Konter,  traf der kurz zuvor eingewechselte Smajovic zum 2:2. Beide Male wurde die Höfner Abwehr aus dem Nichts heraus überlaufen, war überfordert. War zu diesem Zeitpunkt der Verlust von zwei Zählern schon eine wohl zu grosse Hypothek für noch allfällige FCF-Aufstiegsträume, so sollte es noch schlimmer kommen. Kevin Egger wurde in der 95. und letzten Spielminute im Sechzehner ungestraft richtiggehend abgeräumt (der Spielleiter sprach nach dem Spiel von einem «gesuchten Elfmeter»!), und drei Oberländer konnten daraufhin unbehelligt gegen Dabic los ziehen und Freienbach auch noch den einen Punkt abnehmen. So jubelten in den gegnerischen Reihen tief in der Nachspielzeit denn auch die Ex-FCF-Spieler Meriton Ahmeti, Stefano Calendo, Franco D’Alto, Marco D’Alto und José Meier, während sich auf Freienbacher Seite der ehemalige Rüti-Spieler Taulant Syla wohl über seine Leistung und die seines Teams zurecht mehr als ärgerte.

Freienbach – Rüti ZH 2:3 (1:0).
Chrummen. 175 Zuschauer. SR: Goran Vrsajkovic.
Tore: 16. Di Dio 1:0. 56. Straub 2:0. 67. Milano 2:1. 72. Smajovic 2:2. 95. Rastoder 2:3.
Freienbach: Dabic; Stumpo (83. Matt), Di Dio, Hren, Maurer; Döttling (66. Museshabanaj), Iseni, Caravà, Palumbo; Straub (73. Egger), Syla.
Rüti ZH : Stefano Calendo; Delli Compagni, Küng, Milano (77. Rastoder), Osmani, Meier, Ahmeti (61. Smajovic), Erbinel, Marco D’Alto, Grimm, Franco D’Alto (89. Sylejmani).
Bemerkungen: Freienbach ohne Bucher und Hrkalovic (beide verletzt), Hoxhaj und Perna (beide abwesend) sowie Ernst (legt Pause ein). Verwarnungen: 19. Erbinel (Foul). 20. Palumbo (Foul). 36. Osmani (Foul). 70. Museshabanaj (Foul). 92. Smajovic (Ball wegschlagen). 95. Rastoder (Leibchen ausziehen beim Torjubel).